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Nanette Kober als Gastdozentin an der CAU: Der Landschaftspflegerische Begleitplan

  • Autorenbild: ALSE GmbH
    ALSE GmbH
  • 23. Jan.
  • 3 Min. Lesezeit

Unsere Geschäftsführerin Nanette Kober hat diese Woche zum wiederholten Mal einen Vortrag an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel gehalten. Diesmal wurde sie von Prof. Dr. Tim Diekötter eingeladen, um vor Studierenden der Agrarwissenschaften am Institut für Landschaftsökologie über den Landschaftspflegerischen Begleitplan (LBP) zu dozieren.


Zu Beginn ihres Vortrags hat Nanette berichtet, wie sie nach ihrem Bachelor-Studium in Greifswald für den Master in Agrarwissenschaften an die Uni Kiel gekommen ist. Nach dem Master-Studium hat Nanette den Weg ins ALSE-Team gefunden, wo sie seit 2023 als Geschäftsführerin fungiert. Da einer der Schwerpunkte des Planungsbüros die Umweltplanung ist, gehört die Erstellung von Gutachten wie z.B. dem LBP zu den alltäglichen Arbeitsaufgaben.


Was aber ist nun ein Landschaftspflegerischer Begleitplan und welchen Zweck erfüllt er?


Die landschaftspflegerische Begleitplanung gilt als Instrument zur Umsetzung der naturschutzrechtlichen Eingriffsregelung, um vorhabenbedingte Beeinträchtigungen von Landschaft und Natur zur ermitteln und zu bewältigen. Eingriffsrelevante Inhalte sollen im LBP auch für Laien verständlich in Text und Karte dargestellt werden und damit mindestens die Einhaltung des Bundesnaturschutzgesetzes i.V. mit dem LNatSchG gewährleisten. Vorhaben, für die LBPs häufig bei der ALSE in Auftrag gegeben werden, sind unter anderem Kabeltrassen, Photovoltaik-Freiflächenanlagen, Neubau von Radwegen und Umspannwerke. Zur Erstellung eines LBPs wird zunächst eine Bestandserfassung durchgeführt, wobei das Vorhaben erläutert sowie das Vorhabengebiet und Umgebung möglichst genau dokumentiert werden. Geschützte Tier- und Pflanzenarten werden u.a. durch Kartierungen vor Ort erfasst.


Mitarbeiter*innen beim Kartieren, Fotos: ALSE GmbH


Auch eine Biotopkartierung und eine Abfrage von Daten aus dem Artkataster (z.B. beim Landesamt für Umwelt) werden i.d.R. durchgeführt. Es ist darauf zu achten, die Funktionszusammenhänge zwischen den einzelnen Schutzgütern (Boden, Wasser, Klima und Luft, Flora, Fauna, Landschaftsbild und Erholung) zu erkennen und darzustellen. Anschließend gilt es zu ermitteln, wie Beeinträchtigungen vermieden oder vermindert werden können. Maßnahmenbeispiele sind die Umsiedlung von Tieren, die Schonung von Gehölzen oder eine feste Bauzeitenregelung.

In der Konfliktanalyse werden unvermeidbare Eingriffe festgestellt und kalkuliert wie und in welcher Form ein Ausgleich für die geplanten Eingriffe zu erfolgen hat. Abschließend werden die zu erfolgenden Kompensationsmaßnahmen verbindlich dargelegt und der Eingriff bewertet.


Maßnahmen in Aktion: Umsiedlung einer Graureiherkolonie, Bau eines Amphibienschutzzauns, Umsiedlung von Kammmolchen; Fotos: ALSE GmbH


Eine der Herausforderungen bei der Erstellung von Landschaftspflegerischen Begleitplänen liegt, so berichtet Nanette, in der anspruchsvollen Abstimmung zwischen fachlicher Präzision, organisatorischer Planung und rechtlichen Rahmenbedingungen. Besonders die Wahl der geeigneten Kartierzeitpunkte erfordert viel Erfahrung und Flexibilität – denn alle Projekte sollen möglichst bei optimalen Witterungsbedingungen bearbeitet werden, auch wenn die Realität mit wechselhaftem Wetter und überlappenden Kartierzeiträumen oft anderes aussieht.

Ebenso bedeutsam ist die Rolle des Umweltplanungsbüros als unabhängiges Bindeglied zwischen Auftraggeber und Behörde. Obwohl die Gutachten im Auftrag eines Kunden erstellt werden, ist Neutralität oberstes Gebot. Diese Balance aus wissenschaftlicher Objektivität, rechtlicher Verantwortung und partnerschaftlicher Kommunikation macht den Beruf herausfordernd – und zugleich so spannend.


Mit ihrem Vortrag hat Nanette den Studierenden nicht nur praxisnah erklärt, was ein LBP ist, sondern Ihnen auch einen authentischen Einblick in den Beruf als Mitarbeiter*in in einem Planungsbüro gegeben. Letzteres hat scheinbar gleich mehrere Studenten neugierig gemacht, welche Nanette noch auf den Uni-Fluren nach wichtigen Bewerbungskriterien der ALSE ausgefragt haben. Wir freuen uns, dass die Informationsvermittlung an Studierende immer so gut ankommt und sind gespannt auf neue Praktikanten bei der ALSE!

 

Weitere Vorträge von Nanette Kober an der CAU/ Zusammenarbeit mit Studierenden:

 

Quellen:


 
 
 

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