Alle Jahre wieder - die unsichtbaren Folgen der Silvester-Böllerei
- ALSE GmbH

- 9. Dez. 2025
- 2 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 11. Dez. 2025
Jedes Jahr gibt es in unserem Büro zum Jahreswechsel angeregte Diskussionen über die Böllerei an Silvester und die große Frage "muss das wirklich sein?" Während abgebrannte Häuser, Verletzte und Luftverschmutzung in den Mainstream-Medien thematisiert werden und für jeden präsent sind, wird über die schwerwiegenden Folgen für die Tierwelt jedoch nur selten berichtet...

Feuerwerk ist für viele ein fester Bestandteil des Jahresabschlusses – ein schöner Moment des Staunens und Feierns. Doch für Wildtiere in Wald, Feld und Garten ist es eine Nacht mit gravierenden Folgen.
In ländlichen Regionen, Dörfern und Randsiedlungen jagen der Lärm und das Licht Vögel aus ihren Ruheplätzen, welche dann teils in große Höhen fliegen und Kollisionen riskieren ( Der Schadeffekt von Feuerwerk in Großstädten ist vermutlich geringer, da durch die großflächige Bebauung viel weniger Arten dort vorkommen und vermutlich bereits tagsüber beim sogenannten "Vorknallen" ausweichen).
Eine Studie zeigt sogar langfristige Effekte: Wildgänse meiden noch Wochen später ihre Ruheplätze und verlieren dadurch wertvolle Energie.
Waldtiere wie Füchse, Rehe und Hasen fliehen teils panisch und riskieren ebenfalls Energieverluste sowie Kollisionen im Straßenverkehr. Und auch Tiere im Winterschlaf, etwa Igel und Fledermäuse, können durch Feuerwerke aus ihrem Ruhezustand gerissen werden, was lebensbedrohlichen Energieverlust zur Folge haben kann. Sich darum zu sorgen bleibt oft den „Naturschützern“ überlassen, dabei geht es uns alle an - Warum?
Weil sensible Ökosysteme beeinträchtigt werden, die auch einen kleinen, aber feinen Baustein unserer Lebensgrundlage (dem "Netz des Lebens", der Biodiversität) darstellen. Silvesterknaller stören nicht nur "kurz mal" die Nachtruhe von Tieren, sondern lassen über Tage hinweg immer wieder ganze Populationen in Panik geraten und eine nicht geringe Anzahl an Individuen durch Energieverllust verenden - ein unnötiger Stressfaktor in einer ohnehin herausfordernden Welt für Wildtiere, noch dazu mitten im Winter, wo jede Energiereserve benötigt wird.
Und mal ehrlich: Brauchen wir wirklich Batterien von Raketen, um das Neue Jahr zu begrüßen?
Alternativen, die Spaß machen
Glücklicherweise gibt’s genug Möglichkeiten, den Silvesterzauber zu erhalten – ohne den großen Knall.
Klein und lokal bleiben: Gemeinsam im Ort/ Nachbarschaft ein paar niedrige Feuerwerke oder Wunderkerzen zünden oder ein Lagerfeuer veranstalten, dazu Kerzen und Lichterketten im Garten – viel Stimmung, wenig Schaden.
Vor- und Nachsorge: Verteilen Sie Vogelfutter vor und nach Silvester, um zumindest die Vögel zu stärken.
Lichtshows entdecken: Viele Städte bieten Drohnen- oder Lasershows an, die atemberaubend sind und immerhin null Lärm machen.
Freunde und Familie sensibilisieren: Die meisten sind sich der Folgen schlichtweg nicht bewusst - Informationen wirken Wunder...
In unserem Team bei ALSE planen wir täglich für eine lebenswerte Landschaft – von Artenschutz bis Freiraumgestaltung. Mensch und Umwelt können wunderbar im Einklang miteinander funktionieren (immerhin sind wir Teil des gleichen Systems, auch wenn wir das gerne vergessen); manchmal muss mensch nur dazu bereit sein, ein kleines bisschen von lieb gewonnenen -aber schädlichen- Gewohnheiten abzurücken... :-)
Quellen:





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