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Erfolgreiche Ausgleichsmaßnahme - Habitat für Kammmolche und andere Amphibien

Auch wenn Erfolgskontrollen von aufgestellten Maßnahmen bisher noch nicht verpflichtend sind, ist es sinnvoll und spannend, den Erfolg über einen längeren Zeitraum zu beobachten und daraus Schlüsse für zukünftige Maßnahmen zu ziehen. Dies zeigt beispielsweise das nachfolgende, von uns geplante und begleitete Projekt, bei dem ein Amphibiengewässer als Ausgleichsmaßnahme neu angelegt und mit einer abgesammelten Amphibien-Population erfolgreich besiedelt wurde.

 

Entwicklung des Ausgleichsgewässers von 2020 bis 2024

 

Im Zuge eines neuen Baugebietes wurde der ehemalige Kräuterpark in der Gemeinde Stolpe im Kreis Plön überbaut. Hierbei wurden Gewässer entfernt, in welchen unter anderem der Kammmolch heimisch war (Art des FFH-Anhangs IV). Daher wurden artenschutzrechtliche Maßnahmen, wie der Bau eines Ausgleichsgewässers in der Nähe des Plangebietes sowie die Umsiedlung der Amphibien aus den zu entfernenden Gewässern festgesetzt.


Begonnen hat der Bau des Ausgleichsgewässers im Juni 2020. Dabei wurde darauf geachtet, dass unterschiedliche Wasserzonen durch verschiedenartig abgeflachte Uferflächen entstehen. Für die schnellere Entwicklung des Gewässers wurden einige Bottiche Wasserpflanzen aus den noch bestehenden Teichen des Kräuterparks entnommen und in das Ausgleichgewässer ausgebracht. Diese Wasserpflanzen haben sich erfolgreich etabliert. Zusätzlich wurden Totholzstrukturen eingebracht und einzelne Binsenpulks gesetzt. Zum Schutz der Fläche vor Weidetieren und zur Entwicklung der Vegetation wurde das Gewässer umzäunt.  


Vor den Bauarbeiten fand im August 2021 im Kräuterpark eine Biologische Baubegleitung mit Hilfe von Amphibienfangzäunen statt. Die Zäune wurden um die gesamten Folienteiche gesetzt und täglich kontrolliert und abgesammelt. Die Eimerfunde wurden unverzüglich in das neue Habitat gebracht.

 

Kammmolche, das Aufstellen der Amphibienzäune und das Aussetzen der Amphibien im neuen Gewässer

 

Neben der Biologischen Baubegleitung unter Einsatz von Amphibienzäunen fand im September 2021 eine Absammelaktion der Betonbecken der Gewächshäuser des Kräuterparks statt. Dort wurden Amphibien beobachtet, welche keine Möglichkeit zum Entkommen hatten. Bei der Abfischaktion waren die Gemeinde und ehrenamtliche Helfer beteiligt. Die Tiere wurden anschließend im neuen Ausgleichgewässer ausgesetzt.


Im Oktober 2021 fand abschließend die Entfernung der Teiche und Becken statt, welche ebenfalls durch unser Büro begleitet wurde. Insgesamt wurden durch die Maßnahmen über 230 Amphibien mithilfe von Eimern und Keschern in das neue Gewässer umgesiedelt, darunter auch die streng geschützten Kammmolche.


Ungefähr drei Jahre später hat das Ausgleichsgewässer sich zu einem kleinen Naturparadies entwickelt. Im Mai 2024 haben wir die Fläche besichtigt und und uns über die vielen Rufe der Amphibien, die zahlreichen Libellen und Exuvien der Libellen und besonders über den Kammmolch-Laich gefreut. Dieser bestätigt eine gelungene Umsiedlung der Kammmolch-Population aus dem ehemaligen Kräuterpark. Wir freuen uns über den Erfolg und auf viele weitere, erfolgreiche Artenschutzprojekte.

 

Libellen Exuvie, Kammmolch-Laich und ein Foto vom Kartieren im Juni 2024


 

Ein paar Fakten zum Kammmolch (Triturus cristatus):

·         Klasse der Lurche

·         Legen Eier an Wasserpflanzen des Laichgewässers ab

·         Wickeln Eier einzeln mit ihren Hinterbeinen in den Blättern der Pflanzen ein

·         Vegetationsreichtum und eine sonnige Lage werden bevorzugt

·         Geschützt nach: FFH Anhang II und IV, Rote Liste SH Kategorie 3 (Gefährdet)

 

Quellen der Fotos: ALSE GmbH 2020-2024

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